JAHRHUNDERT-HYPE

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Grippenvirus zum Killervirus befördert, Freiheitsrechte eingeschränkt, Medizinalindustrie und Grossverteiler machen Kriegsgewinne.                                        ©Foto: Damian Bugmann 2020

Die Sau durchs Dorf jagen

Die Neudefinition der Pandemie durch die WHO 2009 hat in der Schweiz Gesetzesänderungen nach sich gezogen, die die Ausrufung und zentrale Organisation
von Zwangsmassnahmen stark erleichtern. Die Möglichkeit, das Covid-29-Virus zu messen, hat sich sehr schnell verbreitet und suggeriert eine schnelle Zunahme der Erkrankungen.

Der deutsche Epidemologe Dr. Wolfgang Wodarg kritisiert in einem Interview mit Milena Preradovic auf Youtube Mitte März die Corona-Massnahmen der Politik. «Es gibt überhaupt keinen Grund zur Panik», sagt er und vermisst eine wissenschaftliche Debatte. «Statistisch erleben wir einen normalen Grippewinter», so der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Vorsitzende des Unterausschusses Gesundheit des Europarats. Man argumentiere, das Virus verbreite sich so schnell, doch in Wirklichkeit habe sich lediglich die Möglichkeit, das Virus zu messen, sehr schnell verbreitet.

Dazu kommt, dass viele ansteckende Krankheiten wie Tuberkulose, Hepatitis B, Lungenentzündung, Aids und saisonale Grippe laut WHO-Statistiken höhere Sterblichkeits-zahlen haben als Covid-19. Wodarg spricht im Interview vom gut etablierten Monitoring von akuten Atemwegsinfektionen: «Im wöchentlichen Monitoring Euro Momo über die Todesfälle in allen Ländern Europas kann man sehen, dass in diesem Jahr weniger Leute sterben als in den letzten Jahren.» 10 000 Coronatote gibt es bisher weltweit, eben so viele jährliche Grippetote
gab es bisher im Durchschnitt jährlich allein in den USA, in Deutschland ebenfalls.

Belastung durch Panik
Firmen und Gesundheitsbehörden können jedes Jahr neue Test auf den Markt bringen, neue Infektionen durch Viren feststellen und jedes Jahr solche Hypes machen. Würden keine Massentests gemacht, würde gar keine Pandemie festgestellt und die Grippe würde verlaufen wie jedes Jahr. «Spitäler werden jetzt belastet durch die Panik, weil das Virus gemessen wurde, aber nicht durch effektive zusätzliche Krankheitsfälle», hält Wodarg fest.
Stress und Panik schwächen das Immunsystem: Die Zahl der Erkrankten kann allenfalls steigen in der Isolation zu Hause wegen Stress und Bewegungsmangel und in Spitälern, weil sich dort Viren und resistente Bakterien schneller verbreiten und das neoliberal rationalisierte und überstresste Pflegepersonal nicht nachkommt.

Corona war schon immer da
In durchschnittlich zehn Prozent aller Fälle von Atemwegsinfektionen seien Coronaviren beteiligt, sagt Dr. Wolfgang Wodarg, das sei auch in früheren Jahren so gewesen. «Jetzt werden fahrlässig Massnahmen angeordnet, Menschen in ihrer Freiheit beschnitten und volkswirt-schaftliche Schäden angerichtet.» Deshalb fordert er einen Untersuchungsausschuss im deutschen Bundestag. Die Schäden werden laut dem Epidemologen nicht sorgfältig und verantwortungsvoll gegeneinander abgewogen, vernünftige Epidemologen würden von Behörden und Mainstreammedien ignoriert. Oder sie werden der Verbreitung von Fake News bezichtigt, ihre differenzierten Argumentation wird verkürzt und verfälscht, eine seriöse Diskussion abgeklemmt.

Pandemie-Definition verändert
«Die Vogelgrippe war überhaupt nicht gefährlich und die Schweinegrippe 2009 war eine der mildesten Grippewellen», formuliert Wolfgang Wodarg. «Damals erreichte ich als Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Europarats, dass eine Anhörung stattfand und die Verantwortlichen der Weltgesundheitsorganisation WHO Rede und Antwort stehen mussten.»
Bei der Anhörung kam heraus, dass viele Funktionär*innen mit Interessenkonflikten in diesem Gremium sassen, die die Definition von Pandemie verändert hatten. Sie waren vor allem am Verkauf von Virentests, Impfungen, Medikamenten und Zubehör interessiert.
Vorher musste eine Pandemie mit sehr gefährlichen Krankheitsverläufen einhergehen und die üblichen Fallzahlen mussten massiv überschritten werden. Wodarg: «Und plötzlich war eine Pandemie nur noch, wenn sich die Viren über die ganze Welt verbreiten. Und dies geschieht jedes Jahr und immer.» Interviewerin Milena Preradovic ist am Schluss des Interviews gespannt, wann die nächste Pandemie-Sau durchs Dorf gejagt wird. Ausserhalb Europas ist die gesundheitliche Situation vielleicht anders.

Krieg und Umverteilungen
Die neue Pandemie-Definition öffnet den Gesundheitsbehörden die Möglichkeit, jederzeit in jedem Land oder jeder Gegend auch für politische und wirtschaftliche Zwecke eine Pandemie auszurufen, den Notstand zu verhängen, demokratische Mitbestimmung auszusetzen und Zwangsmassnahmen zu verfügen. Es gibt Machtkämpfe und Umverteilungen wie in einem
Krieg. Bestimmte Branchen wie jetzt die Lebensmittel- und Medizinalindustrie fahren fantastische Gewinne ein, die Arbeitslosigkeit nimmt zu.

Gesetzesänderungen
Die erleichterte Ausrufung und zentrale Organisation von Massnahmen wurde in der Schweiz
ab 2010 im Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epidemiengesetz EpG) festgeschrieben und 2016 in Kraft gesetzt. Zusammenfassung nach bag.admin.ch:

- Geregelt sind die Führungsrolle des Bunds in «Krisensituationen» und seine nationale und internationale Koordination von Massnahmen «zur Bewältigung einer gesundheitlichen Notlage».

- Der Bundesrat darf «Massnahmen gegenüber einzelnen Personen bzw. der Bevölkerung
sowie im internationalen Personen- und Warenverkehr» verfügen.

- Das Gesetz verlangt ein nationales Impfprogramm und einen nationalen Impfplan, «auch betreffend HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten».

- Die Bewilligungspraxis von Swissmedic für Laboratorien, die mikrobiologische Untersuchungen zur Erkennung übertragbarer Krankheiten durchführen, wird mit dem Gesetz stark vereinfacht.

Versteckte Agenda
Der Verdacht liegt nahe, dass mit dieser Corona-Übung (oder dem Manöver, wie es Immunologe Beda Stadler nennt) es nicht nur um höhere Umsätze für Virentests, Impfungen, einschlägige Medikamente und Zubehör sowie um die Akzeptanz von Überwachung und Zwangsnahmen in der Bevölkerung geht - sondern auch darum, politische Engagements und Bewegungen zu domestizieren und das Terrain für Impfobligatorien, für elektronische Patientendossiers, für 5G und die ach so praktische Digitalisierung zu ebnen - zu Lasten des Datenschutzes und der Freiheit und der körperlichen Selbstbestimmung der Bürger*innen.

©Text Damian Bugmann 2020, vorwärts Nr. 10/11

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Pandemischer Kapitalismus

Es ist Zeit
endlich aus dieser
euphorischen Anästhesie
zu erwachen


Neoliberaler Hype

Sozialdistanz
Quarantäne

Heimoffice
Digitalisierung

überwacht
getestet
geimpft
medikalisiert

entmündigt
bewirtschaftet


Virus-Schwindel

verhindert Gemeinschaft
Flirten Zärtlichkeit Sex

und was von
Solidarität und Demokratie
noch übrig war



Milliardengeschäfte

früher machte die Obrigkeit
den Leuten Angst vor Fegefeuer und Hölle

heute vor Viren und Zecken

der neue Ablasshandel heisst
Geschäft mit Impfungen Medikamenten und Zubehör


Inquisition oder Klassenkampf
von oben

ihr haltet den Abstand
nicht ein

ihr haltet die Hygiene-massnahmen nicht ein
- ihr seid schuld an der Virusverbreitung
- ihr seid schuld am
Tod Unschuldiger

- ihr seid schuld am
Fall der Börsenkurse

ihr fahrt zu viel Auto
ihr schmeisst zu viel weg

ihr kauft Palmölprodukte
- ihr seid schuld an der Kinderarbeit
- ihr seid schuld an der Entwaldung
- ihr seid schuld am Klimawandel

ihr konsumiert zu viel Gesundheitsdienstleistungen
- ihr seid schuld am Kostenanstieg im Gesundheitswesen


Pandemie-Kritik

Verschwörungstheorien?
Es gibt keine Verschwörung
Es gibt aber:

Upgedatete
Marketingstrategie

Manipulation und
Klassenkampf
von oben wie gehabt

Konformismus und
Unterwerfung unter verschleierten Totalitarismus
von Wirtschaft Staat
         Schulmedizin


©Gedichte Damian Bugmann 2020


Isolationshaft

Begegnung vermeiden
Distanz halten

Blick abwenden
Körper wegdrehen

Der Mensch des
Menschen Feind

Komplizenschaft mit
Konzernen und Behörden

©Text+Foto links Damian Bugmann 2020